World Buskers Festival
KfH: Super Straßenkunstfestival, Alles dabei, Sonnenbrand inklu!
Einmal im Jahr findet hier in Christchurch ein großes Festival der Straßenkünstler statt. Und wer ist natürlich genau zur rechten Zeit vor Ort? Der Hanno!
„Busker“ ist ursprünglich die englische Bezeichnung für Straßenmusiker, bezeichnet aber mitlerweile alle möglichen Formen der Straßenkunst.
Mit betteln hat das, was diese vielen Künstler geboten haben, nun wirklich gar nichts zu tun: Da gab es Akrobaten, Clowns, Stand-Up-Comedians, Jongleure, Varietisten, Kabarettisten, Schlangenmenschen, Entfesselungskünstler, Musiker, Schauspieler, lebende Statuen, Einradfahrer und fast jede (un)denkbare Kombination daraus. Einige kamen aus Neuseeland oder sogar hier aus Christchurch (z.B. einer meiner Favoriten, Mulletman), viele aber auch aus der ganzen Welt, z.B. England, USA, Niederlande, Japan oder auch ein unglaublicher Diablo-Jongleur aus Deutschland (DJuggeldy). Teilweise kamen sie grade vom Cirque du Soleil oder aus Las Vegas.
In der Stadt gab es drei Bereiche, in denen die Künstler über 10 Tage verteilt waren, in jedem Bereich 6 Shows pro Tag. So hatte man jede Menge Möglichkeit, die meisten Shows wenigstens einmal sehen zu können. Zusätzlich gab es pro Abend noch zwei Misch-Programme, eins Open-Air- und eins in einer örtlichen Disko. Dort traten jeweils auch etwa 6 Künstler mit gekürztem Programm unter Moderation eines MC, Master Of Ceremonies, auf. Und Nein, das ist noch nicht alles, ebenfalls Abends gab es immer eine Hochseil-Zirkustruppe, die eine Art Musical aufgeführt hat und danach dann schon im Dunkeln eine atemberaubende Feuer-Jonglage-Show.
Aufpassen musste man allerdings: Die meisten Künstler brauchten mindestens einen, teilweise bis zu 10 „Freiwillige“ aus dem Publikum, die Ihnen halfen oder auch nur nett veralbert wurden. Jeder hatte da so seine eigene Masche zum rekrutieren, aber mit freiwilligem Melden haben sie sich eigentlich fast nie aufgehalten, das funktioniert höchstens bei den Kindern. Ich habs auch nur einmal erlebt, das jemand wirklich nicht wollte. Ansonsten unterlag man früher oder später den Überredungskünsten. Ich selber habe einmal als Leinenabspanner für Reuben DotDotDot, den Chinese Pole am Chinese Pole und einmal als lebendes Gewicht für Betty Brawn, die „Strongest Lady Alive“ geendet.
Das Publikum war auch super, jedes Mal haben die Künstler mit ihren jeweiligen Tricks eine eigene „crowd“ aufgebaut, die sie unterstützt hat. Am Ende kam dann der Teil mit dem Busking: Eingeleitet mit einer kleinen Rede („Ladies and Gentlemen, belive it or not, this is our job! We do this for a living. And we love it!“) konnten die Besucher ihre Bezahlung in die Hüte oder sonstigen Behältnisse abgeben, das waren meistens so 5-20 NZ$. Und ich glaube eigentlich nicht, dass es sich für die Künstler nicht gelohnt hat. Bezahlt wurden sie nicht von den Organisatoren, sondern nur von ihren Zuschauern. Und denen war die Vorstellung meistens mindestens den Preis einer Kinokarte wert. War schließlich auch in 3D.
Mit dem Wetter sah es zwar zu Anfang nicht so doll aus, es hat häufiger mal leicht geregnet, aber das hat die Zuschauer und auch die Busker kaum gestört. Gegen Ende hab ich mir allerdings auch direkt meinen ersten Sonnenbrand geholt. Übrigens hab ich mit der Zeit festgestellt, dass die meisten der Künstler hier im YMCA einquartiert waren.
Filed under: Allgemein, Christchurch on Februar 5th, 2010




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