Da nie, denn:

KfH: Erfolgreiche Arbeitstreffen, schöne, gemütliche kleine Stadt, Schnäppchen, verpasste und genutzte Chancen, Trips zur weltkleinsten Burg und weltsteilsten Straße.

Blöder Titel, aber mir fiel grad nix Besseres ein, und alberne Wortspiele seid ihr ja eh von mir gewöhnt. So spricht man den Namen der Stadt halt aus. Inhaltlich ist’s aber Quatsch, wie ich im Folgenden versuchen werde Euch nahezubringen. Also gewissermaßen eine antithetisch-essayistische Hypothese. Oder Hypothenuse? Parodontose? Wie auch immer, hier also mein Reisebericht über Dunedin:

Dunedin Town Hall

Das Rathaus von Dunedin BY NIGHT™

St. Paul's Cathedral

St. Paul's Cathedral von vorne

Am Dienstag Mittag bin ich zusammen mit Thomas in seinem Wagen von der Uni aus aufgebrochen, die Fahrt dauerte verhältnismäßig lange, etwa 4 Stunden, hätte ich gar nicht gedacht. Die „Autobahn“ da hin ist aber auch eher eine Landstraße, viel mehr als 100 ist da eh nicht drin. Bereits im Dunkeln kam ich also in meinem Backpackers an, ein ausnehmend gemütliches, freundliches und modernes mitten im Zentrum am sogenannten Octagon (der Blick auf die Straßenkarte erklärt den Namen). Einkauf und ein kurzer Spaziergang ließen schon im Dunkeln eine sehr nette Stadt mit vielen alten Gebäuden (naja … 150 Jahre halt …) erahnen. Ein deutlicher Unterschied zu Christchurch ist die Topographie: Flach ist dort nichts, die ganze Stadt ist auf steilen Hügeln erbaut.

Dunedin StationDunedin

Der Bahnhof

St. Paul's Cathedral

St. Paul's Cathedral von hinten. Der Chor ist erst in den 70ern angebaut worden, davor gabs nur ein Provisorium. Möchte wissen, wie DAS ausgesehen hat...

Der nächste Tag sah dann das erste Treffen mit den „Guys of Otago“ in der dortigen Uni. Eigentlich ist die gesamte nördliche Hälfte des Stadtzentrums der Campus. Ziemlich weitläufig und man kann sich gut verlaufen. Aber auch sehr schön, grün und mit vielen Freiflächen. Das eigentliche Treffen ist dann sehr arbeitsreich und konstruktiv gewesen, obwohl verhältnismäßig wenig konkrete Produte dabei rauskamen, eher Absichtserklärungen. Trotzdem gut, die drei endlich mal kennenzulernen. Ich muss mich auch korrigieren: Tatsächlich ist Peter der Master-Student, der den Tabu-Search-Algorithmus für seine Arbeit einsetzt; ein sehr netter und hilfsbereiter Asiate. Hätte man sich ja denken können, bei dem Namen. Stephen ist sein Betreuer. Der Mittwoch war also voll, Mittag haben wir im Staff Club gegessen.

Am Abend hab ich dann noch ein super Schnäppchen gemacht: Im Backpackers hatte ein Internet-Cafe WLAN installiert, der Zugang kostete 4$ pro Stunde. Ich wollte eigentlich nur meine Mails checken, aber erstaunlicherweise stellte sich die Karte als 30-Tage-Pass heraus. Günstig.

Port Chalmers, Dunedin, Otago, NZ

Zwei Straddle Carrier und eine Containerbrücke im Port Chalmers, Dunedin, Otago, NZ

Am Donnerstag ging’s mit Thomas und Peter auf zum eigentlichen Hafenbesuch. Es war grade ein Schiff im Hafen, und so war auf dem Gelände nicht allzuviel los, aber der Planer war schwer beschäftigt, die Container aus dem Lager möglichst sinnvoll im Schiff zu verteilen, am Computer natürlich. Wir hatten trotzdem ein recht ausführliches Gespräch mit ihm, bei dem er uns an den Problemen und Gedanken teilhaben lies, die man dabei so berücksichtigen muss. Ne ganze Menge! Man denkt sich so: Container sind genormt und alle gleich, man holt die von ’nem LKW und packt sie in ein Schiff und das war’s. Aber so einfach ist die Sache halt nicht. Es gibt alle möglichen Sorten von Containern und auch von Problemen, die auftreten können. Z.B. dass sich dessen Wände schon so nach Außen beulen, dass die Container im Schiff stecken bleiben.Viel Interessantes also, aber keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse und auch zum Glück keine Überraschungen, die alles ad absurdum führten, was ich bisher gemacht habe. Alles in Allem erfolgreich. Am Nachmittag trafen wir uns nochmal mit Michael und Stephen, um die Erkenntnisse zu besprechen und unsere nächsten Schritte zu planen. Thomas fuhr am Abend noch zurück.

Ich allerdings wollte ja noch bis Samstag bleiben und Peter lud mich zum Abendessen mit seiner Freundin ein. Danach brachen wir zusammen mit einem deutschen Freund von ihm ins studentische Nachtleben auf. Allerdings waren wir zuerst zu früh, und dann zu erschöpft um so richtig einzutauchen, und war ich schon um 23:00 wieder im Backpackers. Ein Fehler, wie ich bis etwa 03:00 Uhr feststellen konnte. Draußen ging offenbar noch so Einiges.

Lanarch Castle

Lanarch Castle - eben mehr ein Türmchen

Albert unimpressed

Albert war natürlich auch mit und wagte sich in die Höhle des Löwen

Am Freitag wollte ich zusammen mit einem Brasilianer aus dem Backpackers Lanarch Castle besuchen, Neuseelands einzige Burg. Wahrscheinlich auch die weltkleinste. Eher mehr ein Bürg-chen. Turm. Sie liegt etwas außerhalb von Dunedin am Ansatz zur Otago Peninsula. Ein Schotte hat sie dort für seine Frau errichtet, die sich aber offenbar nicht so recht dafür erwärmen konnte. Der Schotte hatte später noch zwei andere Frauen.Ein Bus brachte uns an den Fuß des Berges, auf dem sie steht. Sowas sieht man auf Karten natürlich eher schlecht. Die 3km bis zur Burg können auch nur in Luftlinie gemessen.

Otago Peninsula and Harbour

Otago Peninsula and Harbour, Blick Richtung Nordosten, ganz links am Rand kommt auf der gegenüberliegenden Seite Port Chalmers, Dunedin liegt etwa im rechten Winkel links von diesem Blick

Etwa eine Stunde später (und ja, der Berg war steil) mussten wir dann 10$ bezahlen, alleine um die Gärten drumherum zu betreten. Der eigentliche Eintritt hätte noch 15$ mehr gekostet, aber die sparten wir uns. Mein Urteil, Alles in Allem: Nett. Auf dem Weg nach unten konnten wir uns dann noch an einem ausgedehnten Regenschauer erfreuen. Und lustigerweise fuhr unseren Bus zurück in die Stadt der gleiche Fahrer wie auf dem Hinweg.

Der Abend sah dann einen weiteren Streifzug durchs Nachtleben von Peter, dem Deutschen Chris, dessen Malayischer Freundin und mir, diesmal von mehr Erfolg gekrönt. Aber recht wenig Studenten, die mussten sich wohl alle vom Vorabend erholen.

Baldwin Street, bottom-up-view

Baldwin Street von unten

Albert and Me on Baldwin Street

Albert and Me on Baldwin Street

Mein Flug zurück nach Christchurch am Samstag ging erst am Abend, so hatte ich noch Zeit genug für einen weiteren augiebigen Spaziergang durch die Stadt, der mich zu einer der vielen (*hüstel*) touristischen Attraktionen führte, diesmal ganz ohne Eintritt: The world’s steepest street (in a residential area). Das obligatorische Beweisfoto durfte natürlich nach Besteigung nicht fehlen.

Bombardier Dash 8Q-300

Bombardier Dash 8Q-300

Für den Rückflug hatte ich ein Shuttle vom Backpackers aus gebucht für 25$, fast die Hälfte des Flugpreises, und die Fahrt dauerte auch fast halb so lang, etwa 25 Minuten, denn der Flughafen liegt ziemlich weit außerhalb. Die Maschine war eine Bombardier Dash 8Q-300 mit Propellerantrieb, 50 Passagierplätze, etwa die Hälfte besetzt von Air New Zealand. Der Service war aber besser als auf dem Jetstar-Airbus-Flug von Auckland nach Christchurch.

Vom Flughafen in Chch gings dann mit dem normalen Stadtbus bis fast direkt zum YMCA.

Alles in Allem ist Dunedin eine sehr schöne und gemütliche kleine Stadt. Wirklich viel zu sehen oder zu machen gibt es jedoch nicht. Trotzdem besser als der Ruf, den ich vorher vernommen hatte! Durchaus einen Besuch wert.

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