Odyssee in Dubai
Kurz für Holger (KfH): Odyssee zum Burj, beeindruckende Mall, ständige ärgerliche Verzögerungen, beeindruckender Blick vom Turm, Odyssee zurück zum Hostel.
Mittwoch morgen. Ein unruhiger Schlaf liegt hinter mir. Aber wenn ich schonmal einen Tag in Dubai verbringe, will ich den natülich nicht verbummeln, schlafen kann ich ja immer noch beim nächsten Flug. Also aufgestanden, Sonnenmilch aufgelegt und raus in die Welt, 1. Ziel: Burj Dubai, danach mal weiterschauen. Der etwas verständnislose Rezeptionist kann mich leider weder mit einem Stadtplan, noch mit einem Tipp zu den Busverbindungen in die Stadt ausstatten, also auf eigene Faust los. Eine Haltestelle ist nicht weit weg, sieht auch recht modern aus, mit einem ganz geschlossenen Häuschen. Allerdings fahren etwa 10 Linien, und ich weiß nichtmal, ob ich auf der richtigen Seite stehe, geschweige denn verstehe ich, welche Ziele sie anfahren. Die Nachfrage bei einem jungen Buiseness-Mann, der auch wartet bringt mir eine Information und das Angebot, mit ihm zu fahren, er muss in die gleiche Richtung. Im Bus stellt sich dann jedoch heraus, dass man eine Chipkarte braucht, der nächste Automat ist auf der anderen Straßenseite. Karte besorgt, wieder warten, wieder nachfragen, und zwar bei einem älteren Herren von den Verkehrsbetrieben RTA (Road and Traffic Administration), der müsste ja Ahnung haben. Hat er aber nicht wirklich, wie sich später herausstellt. Offenbar war er nur angestellt, um die Ankunftszeit jedes Busses zu notieren. Sicherheitshalber aber nicht alleine, ein Kollege macht das gleiche, wohl um später vergleichen zu können.Einfache Arbeitskraft scheint nicht besonders teuer zu sein, an vielen Stellen begegnen mir solche erstaunlichen und mehrfach besetzten Jobs. Immer mit vielen verschiedenen schicken Uniformen und selten mit hilfreichen Auskünften.
Nach ca. 2 Stunden, 3 Bussen, 4 verschiedenen Auskünften steige ich endlich aus der hochmodernen, automatisch betriebenen, Metro an der Station „Burj Dubai/Dubai Mall“ aus. Das war ja einfach. Auf den Zubringerbus zur Mall verzichte ich, immerhin sehe ich den Turm ja mittlerweile direkt vor mir. Vom Hostel aus war er noch nicht zu sehen, weil es einfach zu diesig war. Also mache ich mich zu Fuß auf den Weg. Es ist sonnig, nicht zu Warm und ziemlich trocken. Nicht gerechnet habe ich allerdings mit den umfangreichen (Straßen-)Baumaßnahmen, die den Weg beschwerlich machen. Überall in Dubai wird gebaut, ob es an Straßen und Wegen ist, an der zweiten Metro-Linie, an neuen Hochhäusern. Das ist zwar recht beeindruckend, allerdings scheinen grade im Moment die Bauarbeiten etwas ruhiger angegangen zu werden, die Wirtschaftskriese lässt grüßen. Mein Plan: Zunächst mal in die Mall, etwas Essen und Trinken, dann auf den Turm, dann weiterschauen. Die Mall zu finden fällt schon schwer, das große Gebäude, was ich zunächst dafür halte (nicht zuletzt wegen des Plakats „Dubai Mall Now Open“ entpuppt sich als Verwaltungssitz der Immobiliengesellschaft. Auch an Ausschilderungen hapert es ein wenig in Dubai. Endlich an der Mall angekommen ist nirgends ein Eingang zu finden. Durch die Tiefgarage endlich hineingelangt, bin ich ein weiteres Mal erschlagen von dem Geld, was einem von allen Ecken und Enden entgegenleuchtet. Ein riesiges Einkaufszentrum, voll mit Luxus-Geschäften. Ein H&M ist hier nicht zu finden. Und auch die Architektur ist aufwändig. Riesige Fontänen, Rondelle, Galerien, Lichtinstallationen.
Mittendrin: ein eigenes Eishockey-Feld, von drei Etagen einsehbar. Auch die Preise auf dem Food-Court sind nicht unbedingt billig, ich entscheide mich für einen libanesischen Lari-Lamm-Kebab und eine 7-up für 45 Dirham. Frisch gestärkt, ab auf den Turm. Denke ich mir. Von Außen ist kein Eingang zu finden, nach einer Stunde Suche frage ich nochmal nach und finde heraus: der Eingang befindet sich in der Mall. Na toll, also wieder da rein und … aufgrund des großen Andrangs haben die geschäftstüchtigen Araber den Preis für eine Tour von 100 Dirham spontan auf 400 Dirham erhöht. Mir zu viel, also nehme ich eine spätere Tour um 18:30, die kosten noch 100.
Auch nicht schlimm, solange versuche ich mal ans Meer, den arabischen Golf zu kommen. Hier macht mir aber der ÖPNV und das Informationsdefizit der Bewohner wieder einen Strich durch die Rechnung. Bis zum Dubai Creek schaffe ich es, dem Fluss der Dubai teilt, dann muss ich auch schon zurück. Denke ich, denn als ich ankomme und mich schon über die idealen Sicht- und Beleuchtungsbedingungen freue (die Sonne ist kurz davor, unterzugehen), bremst mich die Angestellte mit dem Hinweis, ich sei eine Stunde zu früh. Bei der Müdigkeit gestern nacht die Uhr falsch gestellt. Toll. Nicht nur die Meer-Chance verpasst, auch noch keine Sonnenuntergangs-Fotos! Während des Wartens kann ich immerhin die Dubai Fountain erleben.
Eine Stunde später dann endlich die Fahrt mit dem Aufzug auf etwas über 600 Meter. Von oben bietet sich ein beeindruckender Ausblick, nicht nur umher und nach unten, sondern auch nach oben. Der Rest des Turms ist immer noch hoch wie ein „normaler“ Wolkenkratzer. Fotos … dann wieder runter und ab zurück ins Hostel, der Flieger geht immerhin schon um halb 11 am nächsten Morgen. Tja … aber die Rechnung habe ich natürlich ein weiteres Mal ohne den ÖPNV gemacht. Bis ich endlich einen Bus in meine Richtung gefunden habe (der Weg vom Turm in die Innenstadt mit der Metro war natürlich reibungslos), vergeht nochmal ne Dreiviertelstunde und dann … tja, bin ich geschickt genug, zwei Haltestellen zu früh auszusteigen. Was bedeutet: nochmal ne halbe Stunde zu Fuß durch die Nacht, durch Baustellen kraxeln, und das mit den noch-nicht-ausgelatschten-Chucks. Endlich im Hostel, falle ich in einen abermals unruhigen Schlummer, nicht ohne mir zwei Wecker mit genug Sicherheitsspielraum zu stellen und die Zeiten nochmals zu kontrollieren, gestört nur ab und zu von meinen Mitbewohnern.
Filed under: Allgemein, Zwischenstops on Januar 11th, 2010









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