Westport

Das hier ist schon zieemlich lange her, um genau zu sein am 12./13. Juni. Wollt euch aber nicht vorenthalten, versuche langsam aufzuholen mit den Berichten, aber das wird ziemlich schwer, weil ich ja grade momentan hier so viel eues sehe. Aber erstmal:

Bis Ende des Monats will ich noch möglichst viel von der Südinsel sehen, um dann den Juli auf der Nordinsel verbringen zu können, die letzten paar Tage in Auckland, dort das Auto verkaufen und dann mit Zwischenstopp in Sydney wieder zurück nach Deutschland. Es gibt hier jede Menge gute Ausflugsziele. Letztes Wochenende war die Westüste dran, an der ich ja bisher noch gar nicht war. Genauer gesagt: Westport. Von Christchurch aus gesehen liegen die Southern Alps dazwischen. Die ziehen sich im Groben über die gesamte Länge der Westseite der Südinsel. Es gibt ein paar Pässe auf die Andere Seite, zwischen Christchurch und Westport zwei: Den Arthur’s Pass und den Lewis Pass. Der Plan war also, an Hanmer Springs vorbei die Nordroute über den Lewis Pass nach Westport zu nehmen, und am nächsten Tag die Südroute an den Pancake Rocks vorbei durch Greymouth, über den Arthur’s Pass und zurück nach Christchurch.

So weit, so gut. Der erste Teil klappte auch sehr gut. Das Wetter kalt aber sonnig, spätestens ab Hanmer Springs eine traumhafte hügelige Landschaft, so dass ich etwa alle 10 Minuten Pause machen musste, um Fotos zu schießen. Die Aussichten spotten jeder Beschreibung, und auch die Fotos geben nur nen Bruchteil wieder, aber immer noch besser als nichts.

Der nächste Abschnitt, die Alps hoch, über den Lewis Pass und auf der anderen Seite wieder runter begleitete mich dann ein unsteter Regen, passend zum regelrechten Regenwald, durch den sich die Straße windet.

Auf dem letzten Teil bis Westport verläuft die Straße entlang dem Buller River, einem dieser kiesigen braided river. Durch den ganzen Regen der letzten Wochen führte der aber ziemlich viel Wasser. Breite und Geschwindigkeit haben mich an den Rhein erinnert. Wahrscheinlich ist er nicht so tief und natürlich gibt’s auch keine Befestigung/Bebauung und keine Schiffahrt. Durch den Wald und die Berge drumherum gibt’s vielleicht auch Ähnlichkeiten mit dem Amazonas, aber der Vergleich fällt mir schwer, war da ja nie 😉

Bei der Ankunft an der Westküste nachmittags hatte ich dann noch die Gelegenheit, mir eine Seehundkolonie und das Cape Foulwind anzuschauen, bevor die Sonne unterging. Die Küste ist dort ziemlich rau, und der mittlerweile stetige Regen bzw. dessen Wolken verhinderten eine allzu kitschige Sonnenuntergangs-Bilderserie über der Tasmanischen See.

Westport war dann, wie erwartet, keine große Offenbarung. Ein kleiner Küstenort, der hauptsächlich vom Kohlebergbau in der Gegend lebt. Ein abendlicher Spaziergang führt mich denn auch in die einzige Kneipe im Ort, in der eine (mal wieder erstaunlich gute) Coverband „Working In A Coal Mine“ spielt.

Am nächsten Morgen verabschiedet mich die nette Herbergsmutter noch mit dem Hinweis, dass in der Nacht Schnee gefallen sei, aber ich denke nicht weiter drüber nach.

Mein Weg führt mich an der regenwaldigen Küste entlang nach Punakaki, eigentlich nicht mehr als ein Besucherzentrum, nämlich für die Pancake Rocks. Das sind Formationen von Felsschichten verschiedener Härte, die, von Meer und Regen bearbeitet eben das Aussehen von Pfannkuchen-Stapeln angenommen haben. Eine Stunde vor und nach Hochwasser (also glücklicherweise auch während ich da bin) pressen sich die Wellen durch die unterirdischen Labyrinthe und erzeugen so einen „Blowholes“-Effekt.

Weiter zurück nach Christchurch soll es dann eigentlich über den anderen, den Arthur’s Pass gehen.der liegt aber höher als der Lewis Pass auf dem Hinweg, und hier zeigt sich, was die Herbergsmutter gemeint hat: Eine Anzeigetafel weist darauf hin, das „Chains essential“ sind. Nun hab ich leider keine. Und auch der Anruf bei der kostenlosen Straßenzustandsinformation bringt dieselbe Information. Da bleibt mir leider nichts Anderes übrig, als den gleichen wunderschönen Weg zurückzufahren, den ich gekommen bin. Diesmal ein bisschen schneller. Auch wieder im Dunkeln, etwas müde, aber sehr zufrieden, komme ich wieder in Chch an.

Leave a Reply