Ornithologie

Nein, das hat was mit Vögeln zu tun. Hier geht es um ONTOlogie. In der Philosophie ist die „Lehre vom Sein“ ein Bereich der Metaphysik (womit  wir wieder beim Kategorie-Namen wären…). Ürgs. Was hat das mit Computern zu tun?

Die Agenten unterhalten sich, wie erwähnt, mit Nachrichten. Jetzt wäre es gut, wenn jeder Agent das „verstehen“ würde, was die anderen Agenten in ihre Nachrichten schreiben. Wenn er also Begriffe wie „Container“ oder „Schiff“ oder „Lagerblock“ erkennt und darüber hinaus noch „weiß“, dass ein „Container“ in einen „Lagerblock“ im „Schiff“ „verladen“ werden soll. Und genau diese Begriffe und Zusammenhänge beschreibt man mit einer Ontologie. Im Grunde ist sie eine Mindmap für Computerprogramme. Alle möglichen Daten, die in meinem System vorkommen, sind also ontologisch beschrieben, damit die Agenten was damit anfangen können. (Onto-)Logisch, oder? 🙂 Die Nutzung einer Ontologie hat noch ein paar andere Vorteile beim Programmieren, mit denen ich Euch jetzt aber nicht auch noch nerven werde.

Ein ziemlich großer Bereich beim Konstruieren eines Systems ist aber gerade, herauszufinden mit was für Daten es sich auseinandersetzen soll. Und „Daten“ bedeutet hier nicht einfach Zahlen, z.B. Messergebnisse oder so. Jedes „Ding“ aus der wahren Welt, das von dem Programm bearbeitet werden soll, muss in den Computer abgebildet werden. Dabei geht es darum, zu abstrahieren und zusammenzufassen. Z.B. ist es mir ziemlich egal, ob ein Container nun gelb, grün, oder ROT ist. Was mir vielleicht nicht egal ist ist, wem er gehört, z.B. Hamburg Süd oder Hapag Lloyd oder so, weil davon abhängen kann, wo er gelagert wird. Wenn mein ContMAS allerdings aus den verschiedenfarbigen Containern ein Bild im Lager zusammensetzen sollte, das man sich aus nem Flugzeug angucken kann, wäre die Farbe schon wichtig (das ist ja wohl mal eine GRAN-DI-OSE Idee für ein Easteregg. Allerdings ’n bisschen viel Aufwand …). Was bei solchen Überlegungen herauskommt, ist ein Datenmodell, und zwar für einen spezifischen Anwendungszweck, nämlich eben für die Modellierung eines Containerhafens. Wenn man das hat, ist das schon mal die halbe Miete. Die andere Hälfte besteht dann daraus, festzulegen, wie mit diesen Daten umgegangen werden soll und wie sie geändert werden, wenn z.B. ein Container aus dem Schiff ins Lager wandert. Bei allem, was mit Computern zu tun hat, geht es nur darum: Zusammenhänge aus dem „wahren Leben“, so zu vereinfachen und zusammenzustellen, dass man sie automatisiert bearbeiten kann.

Schaltet auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn es heißt: Rette Mich Wer Kann!

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