Auf zur Uni!

KfH: Gut an der Uni angekommen und Silberstreif am Horizont

After all bin ich ja doch hier, um ein bisschen was fürs Studium zu tun, und nicht umsonst hat Prof. Unland ja dafür gesorgt, dass die Uni den Flug bezahlt hat. Also sollte ich so langsam auch mal zu der University of Canterbury hin und schauen, wie die ganze Sache hier funktionieren kann.

Glücklicherweise hat der Prof auch direkt für einen sehr netten Doktoranden, Moffat, gesorgt, der mich hier empfangen sollte. Ich hatte ihm bald nach meiner Ankunft eine E-Mail geschrieben, und er ist letzten Dienstag einfach kurzentschlossen bei mir im YMCA vorbei gekommen und hat mich begrüßt. Am gleichen Tag noch bin ich mit dem Bus zur Uni gefahren (15min). Er hat mich dann sehr nett herumgeführt, mit mir zusammen eine Canterbury Card (so eine Art Studentenausweis und Zugangskarte) besorgt, mich den Leuten vorgestellt und für einen Arbeitsplatz+Computer gesorgt, das war wirklich sehr hilfreich!

Seitdem bin ich vorläufig als Visitor an der Uni, habe da Zugang und kann in Ruhe an meiner Projektseminararbeit über ein „Multiagentensystem zur Abbildung eines Containerhafens“ weiterschreiben. Endlich ist ein Ende in Sicht, hoffentlich kann ich es bald abgeben.

Zu Anfang war noch wenig an der Uni los, überall sind ja noch die langen Sommerferien, aber so nach und nach kommen viele Leute aus ihrem Urlaub zurück. In den Mittagspausen habe ich jedenfalls schon einige neuseeländische Geeks und Nerds kennenlernen können 😉

Mitlerweile, am Montag, konnte ich sogar mit dem Prof hier vor Ort sprechen. Er hat mit nochmal Hoffnung gemacht, dass tatsächlich so eine Art wissenschaftliche Mitarbeit an einem Projekt hier vor Ort zustande kommen könnte. Die würde dann evtl. sogar bedeuten, dass ich von einem ortsansässigen Unternehmen finanziell unterstützt würde. Offenbar ist gerade jemand abgesprungen und da passe ich ganz gut ins Konzept, zumal mein Projektseminar vom Thema her ja auch in der Nähe liegt. Aber warten wir einmal ab.

Mit Studenten habe ich bisher leider noch nichts zu tun gehabt, aber das wird schon auch noch kommen, wenn das Semester losgeht. Vor Allem habe ich schon gehört, das es hier auch eine ganz gute Partyszene geben soll, wohl bei den Studentenwohnheimen direkt am Campus.

Von Sumner nach Lyttelton

KfH: Kurzer schöner Wandertrip durch die Berge hinter Christchurch, danach Einkaufen.

Nachdem ich letzten Montag die ganzen Einträge hier eingestellt hatte, hat es mich doch auch noch nach draußen gezogen. Ich wollte mir ja außerdem die Metrocard für die Busse hier besorgen und mal schauen, ob ich es nicht bis zur Küste schaffe.

Alsdann: In der Innenstadt gibt es einen Busbahnhof, den Bus Exchange, an dem fast alle Linien halten und dann sternförmig in alle Himmelsrichtungen rund um Christchurch verteilen. Für mich sehr viel besser zu durchschauen als das konfuse Dubaier System. Der Bus Exchange ist so angelegt, dass man gemütlich im Warmen und trockenen wartet, und dann in so ner Art Garage direkt aus der Lobby in die Busse steigt, es gibt auch Minutengenaue Ankunftszeiten, denn  alle Busse sind mit GPS-Empfänger und Funk ausgestattet (Sogar an fast allen Haltestellen, auch weiter draußen, kann man so genau sehen, wann welche Linie kommt). Am Besten fährt man mit der Metrocard, einer kleinen Plastikkarte. Man lädt sie mit Geld auf und hält sie einfach beim Einsteigen vor ein Lesegerät , ähnlich wie in Dubai. Das hat einige Vorteile, z.b. bezahlt man innerhalb einer Woche maximal 20 NZ-$, danach sind sämtliche Fahrten frei. Die Karte gibts nur beim Bus-Exchange, und da bin ich dann halt hin. Stolzer neuer Besitzer, der ich dann war, hab ich mich direkt mit dem Bus auf zur Küste gemacht, genauer gesagt zum äußersten Südosten der Stadt, Sumner. Auf der Karte wirkte es schon ein wenig bergig und mein Plan war, dann zu Fuß über die Berge nach Lyttelton ganz im Süden zu marschieren.

Die Landschaft bei Sumner

Die Landschaft bei Sumner

Ein Plan der ganz wunderbar aufging. Christchurch selber ist absolut flach, kein Hügel zu sehen, genauso wie in Moers. Aber direkt hinter der Stadt erheben sich ziemlich hohe Berge, und zwar direkt am Meer. Die Straße („Evan’s Pass“) war dann auch recht steil und es gab ein paar Wanderwege, die abzweigten, einen davon auf einen Berggipfel hab ich dann auch ausprobiert und den Rundumblick genossen.


Größere Kartenansicht

Der Blick zurück

Der Blick zurück. Zu sehen ist Sumner und ein bisschen was vom Pazifik, sowie die Straße, die ich gekommen bin

Wo geht's hin?

Entfernungsangaben wären nett gewesen. Bis zum "Sign Of The Kiwi" wärens noch mindestens 7km...

Blick ins Landesinnere

Blick ins Landesinnere

Blick Richtung Pazifik

Blick Richtung Pazifik

Blick in die Bucht

Blick in die Bucht. Zu sehen sind der Hafen und hinter dem Berg Lyttelton. Außerdem die Straße, die ich nun nehmen muss.

Containerhafen

Containerhafen

Der Rest des Hafens

Der Rest des Hafens und Lyttelton

Auf dem Weg nach unten hat dann eins von den 20 Autos, die dort in der Stunde vorbeikommen kurz angehalten. Der nette Geschäftsmann wollte mich mit nach Lyttelton reinnehmen, aber ich wollte lieber laufen. So hatte ich auch noch genug Gelegenheit, mir den Hafen von etwas erhöter Position anzuschauen. Auf den Bus zurück musste ich dann grade Mal 10 Minuten warten.

Wieder in der Stadt habe ich noch einen kleinen Abstecher zu PAK’nSAVE um mich als Selbstversorger etwas unabhängiger von den ganzen Cafes und Bistros zu machen. Aber so richtig günstig sind die Lebensmittel auch dort nicht. Interessante Notizen am Rande: Minerealwasser „mit Sprudel“ gibts eigentlich gar nicht, höchstens Soda (aber erst nach langer Suche), bei dem ich aber vermute, dass es sich um ganz normales Leitungswasser mit CO2-Zusatz handelt. Säfte gibts dafür direkt in 3-Liter-Kanistern, natürlich durchsichtig und „99% Juice, Flavour, Vitamin C“. Verwöhnter Europäer ich bin.

Der Tag war also ein voller Erfolg für mich!

Update

Added some Photos. Will look after the text-floats some other time, Robert ;-).

Zum Stand der Dinge

KfH: Mir gehts gut, Post geht (s.u.), Handy geht nicht, als nächstes Uni anleiern, danach weiterschauen.

Der YMCA von Außen

Der YMCA von Außen. Das Williams House liegt dahinter und ist hier nicht zu sehen

Ich bin hier in Christchurch im YMCA abgestiegen, die bieten eine ganze Menge Kram an: ein Ferienprogramm, anscheinend ähnlich wie Tummelferien, einen Fitness- und Sportclub und eben auch eine Herberge. Hinter dem eigentlichen, ziemlich modernen, Gebäude ist noch ein recht alter Backsteinbau (Williams House) mit drei Etagen. Ich habe ein Einzelzimmer im zweiten Stock direkt über dem Eingang. Drin steht ein normales Bett (also kein Hochbett oder was breites oder so), ein Schrank mit Kommode und eine Regal/Schreibtisch-Kombination mit Stuhl. Außerdem eine Deckenlampe und ein Heizstrahler. Das Fenster ist so ein tolles nach-oben-schiebe-Ding, wie aus den Disney-Comics, was ich schon immer mal live sehen wollte. Da ist im Rahmen irgendein Mechanismus mit einer Leine eingebaut, ich vermute mit Gegengewicht. Das Haus und die Zimmer ist recht alt, aber sehr gut gepflegt und deswegen bin ich absolut zufrieden. Viele Klamotten habe ich auch nicht mit, so dass der Platz völlig ausreicht. Ein kleines Bad ist direkt Gegenüber, im Erdgeschoss ist eine kleine Küche. Frühstück und Dinner gibts im Haupthaus, Frühstück kostet 10NZ$ („Continental“, d.h. Toast, Marmeladen, Getränke) oder 12NZ$ (Mit Bacon&Eggs). Christchurch hat auch sehr viele Cafes, Lokale und Restaurants, die allerdings alle nicht so ganz billig sind. Ich werde also wohl sehr bald auf Selbstversorgung wechseln. Im moment werd ich wohl hier bleiben, vielleicht gegen Ende nochmal woanders hinwechseln oder zwischendurch Wochentouren machen, wer weiß das schon.

Mein Zimmer

Mein Zimmer

Gang.

Gang.

Die Adresse ist:
YMCA Christchurch
c/o Hanno  Felix Wagner
Williams House
Room 33
PO Box 2004
Christchurch 8140
New Zealand
Wer also Lust verspürt, mir was zu schicken: Nur zu 😉

Mein Handy habe ich zwar dabei, aber der Vertrag ist jetzt für ein halbes Jahr stillgelegt, unter meiner bisherigen Nummer bin ich also nicht zu erreichen. Möglicherweise besorg ich mir hier noch eine Pre-Paid-Karte oder so, aber das wird sich zeigen.

Als nächstes werde ich hier mal schauen, wie sich die Sache an der Uni anlässt oder darstellt und meine angefangene Seminararbeit beenden. Wie es dann weitergeht, wird sich zeigen.

Ansonsten gehts mir gut, ich bin immer noch vorsichtig optimistisch und gespannt, was sich so ergibt. Leute kennengelernt hab ich zwar noch nicht, aber das wird sich schon noch finden, hab ja knapp 6 Monate Zeit 🙂

Noch hab ich kein Heimweh, aber den einen oder anderen Gedanken an Moers und Essen macht man sich natürlich schon. Wie gehts denn Euch da auf der anderen Seite?

Der dritte Tag

Montag morgen. Zeitig aufstehen, Dusche, Frühstück. Dann mache ich mich an diese Berichte. Soll ja auch für mich mal später eine schöne Erinnerung sein, und sonst vergesse ich das noch alles. Eigentlich hatte ich geplant, entweder nachher zur Uni zu fahren, falls der Kontaktmann, den mein Prof mir genannt hat, sich noch meldet, oder aber zum Strand. Aber jetzt fängt es grade ein bisschen zu Regnen an. Naja, ich muss noch die Fotos raussuchen, so 1-2 Stunden bin ich sicher noch beschäftigt, und dann schaun wir mal, wie das Wetter ist.

Day Two: Das Festival

KfH: Festival findet nicht statt. Super Radiosender!

Sonntag morgen. Diesmal stehe ich rechtzeitig fürs Frühstück auf und nehme mir danach ein paar Stunden Zeit für Blog, Mails, VZ usw. Am Nachmittag soll eigentlich ein kleines Festival im botanischen Garten steigen, nach einigem herumirren wird mir dann aber klar, dass es offenbar wegen des drohenden schlechten Wetters abgeblasen wurde. Also mache ich nochmal einen Rundgang durch die Stadt und versuche, einen Supermarkt aufzutreiben. Es gibt kleine Mini-Convenience-Stores, aber die Supermärkte sind wohl ein Stück weiter weg, wird mir dann klar. Kein Problem, dorthin fahren kostenlose Busse. Also etwas für morgen, obwohl hier Sonntags fast alles offen zu haben scheint. Der Weg zur Uni, die noch weiter weg ist,ist ebenfalls ausgecheckt, dafür besorge ich mir morgen einen Metropass. Und die gleiche Linie, allerdings in die andere Richtung fährt auch zum Strand/zur Küste, ein weiterer Punkt auf der To-Do-Liste. Für heute bleibt nicht viel zu tun, ich gehe Schlafen mit Buch, Hörspiel und Radio (ein weiteres Land mit super Sendern. Warum bekommt Deutschland das nicht hin?!)

Good Morning, Christchurch

KfH: Erste Erkundung, erstaunlich klein, alles doch nicht so fremd.

Samstag morgen. Das Frühstück geht sowieso nur bis 0900, also kann ich es mir leisten, ein bisschen liegen zu bleiben, dann auszupacken, das kleine Zimmer ein wenig unter die Lupe zu nehmen und dann ganz in Ruhe mit Musik und Buch in den Tag hineinzugammeln. Hier Zahlt sich Planung mal wieder aus: Der mitgebrachte Stromadapter passt, da die Steckdose in einer Ecke sitzt aber leider aber nur nach einigen Anpassungen mit dem Leatherman. Zusammen mit der Steckdosen-Leiste kann ich auch meine mitgebrachte Elektronik in Betrieb nehmen.

Cathedral Square Christchurch

Der Cathedral Square in Christchurch

Irgendwann überwiegt dann doch meine Neugier und nach einer Dusche mache ich mich mit Stadtplan auf zur ersten Erkundungstour. Zu Fuß ists vom YMCA aus nicht weiter als 10 Minuten ins Zentrum. Für über 300.000 Menschen ein ziemlich kleines Zentrum eigentlich. Aber hübsch, alles sehr ordentlich, sauber, teilweise uralte Gebäude wie die Kathedrale von 1881, teilweise moderne Architektur wie bei der neuen Art Gallery. Hier sind wohl momentan Sommerferien, viele Menschen, auch viele Asiaten streifen touristisch durch die Stadt. Und viel zu häufig höre ich auch deutsche Sprachfetzen. Da ist man nun so weit gereist, weiter gehts eigentlich nicht, und dann DAS! 🙂 Und ich dachte, ich sei ein Abenteurer. Aber so viele Backpacker, Herbergen, Souvenierläden, Sightseeing-Angebote und Wechselstuben sprechen eine etwas andere Sprache.

Historische Tram

Historische Tram

Die meisten Straßen sind im rechten Winkel angelegt, es gibt recht viele Busse, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe und auch eine touristische Tram, die immer im Kreis um einige Blöcke fährt. Außerdem schlängelt sich ein Fluss, der Avon, mitten durch die Stadt. von der Größe her ungefähr vergleichbar mit der Niers, schiffbar also höchstens für einige Kanus und die Punts, die unweigerlich Erinnerungen an Oxford oder Camebridge aufkommen lassen. Nicht umsonst wird Christchurch für die britischste Stadt außerhalb Großbritanniens gehalten. Auf der anderen Seite meiner Herberge liegt der riesige botanische Garten und Park, hier stehen z.B. viele uralte Riesen-Bäume. Einen kurzen Internet-Kontakt gibt es in der Bücherei, den ersten Tag beschließe ich dann nach einer Art Döner am Arts Center, dem alten Campus der Uni. Immer noch etwas erschöpft von der Reise gehe ich früh schlafen. Genauso früh, nämlich um 0300 wache ich dann auch auf, aber das John-Sinclair-Geisterjäger-Hörspiel hilft mir beim Weiterschlafen.

Viel Holz.

Viel Holz.

Dubai-Auckland-Christchurch

KfH: Anstrengende Weiterreise, A380 ist toll, neue Serie kennengelernt, Umsteigen in Sydney und Auckland mit verspätung, aber alles klappt.

Der Boardingpass für den Flug nach Down Under

Der Boardingpass für den Flug nach Down Under

Donnerstag morgen, 0600. Der Flieger geht um 1015. Locker genug Zeit, sollte man meinen, aber den ÖPNV kenne ich ja mittlerweile. Schnell geduscht, gepackt, ausgecheckt. Diesmal habe ich die passende Buslinie schon ausbaldowert, sie bringt mich, wie gewünscht, zur Union Station, wo ich in die zuverlässige Metro umsteige. Gewonnen! Halt direkt am Flughafen, Sack auf den Trolley, einchecken ohne große Schwierigkeiten, der Emirates-Mitarbeiter will den Sack direkt bis Christchurch durchchecken. Da habe ich nicht das geringste gegen, aber so ein bisschen skeptisch bin ich schon.

Mjam!

Burger! Cornerstone Of Every Nutricious Breakfast!

Jetzt erstmal: Burger! Cornerstone of every nutricious breakfast! Auf die Sprite verzichte ich. Die restlichen 100 Dirham tausche ich zurück und bekomme sogar noch 20 Dollar dafür. Ein weiterer Security-Check. Der Abflug des A380-800 verzögert sich dann leicht, aber nicht der Rede Wert bei 18,5Stunden Flug. Bei der Menge an Passagieren dauert natürlich auch das Boarding ein bisschen länger. Und dann der Flieger … wow! Schon wieder riesig. Aber diesmal nicht auf arabischem, sondern auf europäischem Mist gewachsen: 3 Klassen, 2 Gänge, Sitze 3-4-3 Ich sitze wieder am Fenster am Flügel, aber ein oder zwei Reihen weiter hinten wäre doch schön gewesen. Der Flügel ist nämlich auch riesig.

Großer Vogel

Großer Vogel

Meine beiden Sitznachbarn sind sehr nett: Eine Französin, die in Sydney aussteigt, 3 Monate bleibt und etwas nervös ist, und eine Kiwi, die zurück nach Auckland fliegt. Es ist noch früh morgens, schlafen kann ich so noch nicht. Außerdem ist das In-Flight-Entertainment  noch eine Stufe besser: Serien, Filme, CDs, Radio-Podcasts sogar auf Abruf und in viel besserer Qualität. Nach einem Film entdecke ich 3 Folgen NCIS, die ich zwar schon kenne, aber nicht auf Englisch. Und dann, ein absoluter Glücksfund: die Abenteuer der HMAS (Her Majestys Australian Ship) Hammersley vor der Nordküste Australiens, eine Serie von 1997 über ein australisches Navy-Schnellbot namens „Sea Patrol“. Sehr gut gemacht, spannend und auch recht realistisch. Kann ich nur empfehlen. Ein bisschen wie Star Trek auf dem Wasser, komplett mit Außenmissionen, Landungen auf einsamen Planeten … äh, Inseln usw.

Essen im Flugzeug

Essen im Flugzeug: Erinnert das irgendjemanden NICHT an Loriot oder Mr. Bean?

Nunja. Zurück in die Luft. Blöderweise ists DOCH kein Nonstop-Flug, sondern einer mit Zwischenlandung in Sydney. Noch blöder ist, dass wir alle aussteigen müssen, zwei weitere Security-Checks über uns ergehen lassen (diesmal finden Sie meine zweite Sonencreme, die ich in Dubai dummerweise in den Rucksack gepackt hatte) und nach knapp einer Stunde wieder einsteigen müssen. Dann noch drei Stunden Flug, die nicht wirklich Möglichkeit zum Schlafen bieten. Dafür mit Brunch, das genauso exzellent schmeckt wie Dinner, Lunch und Breakfast zuvor.

Ankunft in Auckland. Ziemlich kleiner Flughafen für eine Millionenstadt. Die Einreisekontrollen sind rigoros und erstrecken sich diesmal nicht nur auf einen banalen Security-Check mit Röntgen und Metalldetektoren, sondern auch einen kleinen Fragebogen. Es geht aber weniger um terroristische Absichten sondern mehr um … eingeschleppte Biozide. Sicherheitshalber deklariere ich also meine Weihnachtskekse von zuhause. Die lässt der Mann von der Gesundheitsbehörde aber ungesehen passieren. Mehr Sorgen bereitet ihm, ob ich Trekking-Schuhe oder ein Zelt dabei habe. Könnten ja Insekten drin sein. Hab ich aber nicht, also weiter keine Probleme, auch mein Visum wird akzeptiert. Gut, dann jetzt als weiter nach Christchurch, etwa anderthalb Stunden Zeit bis zum Abflug. Sicherheitshalber kontrolliere ich doch nochmal das Gepäckband und … na, wer sagts denn, von wegen durchgecheckt, da dreht ja mein Sack seine Runden. Ab auf den Trolley damit und dann zu den „Domestic Transits“.

Soll heißen: einmal quer über den Flughafen zum domestic terminal. So habe ich wenigstens schonmal Gelegenheit, das sommerliche Wetter Neuseelands zum ersten Mal ein wenig zu genießen. Beim Einchecken dann die Bange Frage: Was ist mit dem übergewicht des Sacks? Die mittlerweile 28 Kilo lassen die Dame aber kaum mit der Wimper zucken, sie befestigt lediglich einen Zettel für die Packer („Heavy! Assisted Lift May Be Required. Bend Your Knees“) und alles ist gut. Alles? Nein, denn mein Flieger hat 2 Stunden Verspätung, statt 16:40 jetzt 18:30. Naja, denke ich, was solls. Ich versuche noch ein Plätzchen für ein kleines Nickerchen aufzutreiben, während die nächste Ansage ihn schon auf 19:30 verlegt. Schlussendlich abgehoben sind wir dann wohl so gegen 20:45. JetStar hat sich allerdings auch mehrfach für die inconvenience entschuldigt und sogar einen 10-Euro-Verzehrgutschein ausgegeben.

Diesmal ists ein relativ kleiner Flieger (Airbus A320, ein Gang, 3 Sitze auf jeder Seite) mit nur 1 Klasse und ganz ohne In-Flight-Entertainment, Essen mit Bezahlung und auch die Besatzung ist etwas legerer. So langsam verstehe ich, wo der Unterschied zwischen einer Airline wie Emirates und einem Billigflieger besteht. Ich hab natürlich wieder Glück, die beiden Plätze neben mir sind leer. Zumindest ein wenig Gemütlichkeit auf dem Kurztrip nach Christchurch. Kaum sind wir gestartet, setzt der Pilot auch schon zur Landung an, mein Schlaf hat wohl nicht länger als eine Stunde gedauert.

Aussteigen, zur Abwechselung mal kein Sicherheitscheck mehr, Sack gegriffen, Toilette besucht, Geld gezogen und ab zum Taxi. Der kennt glücklicherweise den YMCA und setzt mich direkt davor ab. Beim Einchecken wieder keine Probleme. Ich lasse einfach nur alles Fallen: Endlich ein Bett! Es dürfte mittlerweile 23:00 Uhr sein. Endlich weiß ich, wofür ich das ganze Training auf den LAN-Parties hatte.

Gedanken zu Dubai

KfH: Dubai scheint auf einem guten Weg, aber im Moment scheint alles ein wenig zu Stocken.

So recht eine Meinung kann ich mir eigentlich nicht erlauben, war ich doch nur einen Tag dort und den auch noch damit beschäftigt den Weg auf einen Turm zu finden. Die Menschen sind sehr freundlich und auch recht bunt gemischt, Asiaten, Araber, Europäer. Mit Englisch kommt man sehr weit. Zwar wird sehr groß, teuer und aufwändig gebaut, aber kleine Details wie schiefe, unverfugte Fliesen fallen wahrscheinlich auch nur einem Deutschen auf. Alles in allem hatte ich den Eindruck, in Dubai findet grade ein ziemlicher Umbruch statt. Zum Beispiel sind die Busse alle ganz neu, und das Abrechnungssytem ist auch erstklassig (beim Einsteigen die Karte über das Lesegerät, beim Aussteigen auch, der Betrag wird abgebucht), aber die Organisation der Buslinien ist ziemlich katastrophal. Unverständliche Benennungen, unzureichende Ausschilderungen, unverständliche Karten und Pläne, komische Routen und Abstimmung der Linien untereinander tun ihr übriges. Man hat ein wenig den Eindruck, über alte Hop-On-Hop-Off-Sammelbusse wurde das neue System gestülpt. Die brandneue Metro funktioniert aber ganz hervorragend, auch wenn sie noch im Aufbau ist und bei der bisher einzigen Linie nur etwa die Hälfte der Haltestellen fertig ist. Die jüngeren Leute scheinen sich damit auch schon gut angefreundet haben, die älteren bleiben wohl eher bei ihren Bussen. Insgesamt liegt überall viel Geld in der Luft und ich habe eigentlich auch nirgendwo besondere Anzeichen von einer Armut im Kontrast dazu gesehen. Überall ist Sand, aber mit viel Mühe wird der unter Kontrolle gehalten, wie auch ansonsten kaum Verschmutzung zu finden ist. Man darf gespannt sein, ob all die großen Investitionen ihre Früchte tragen und Dubai in 10, 15 Jahren da ankommt, wo es gerne hinmöchte, oder ob dann nur noch eine Menge Bauruinen übrigbleiben.

Odyssee in Dubai

Kurz für Holger (KfH): Odyssee zum Burj, beeindruckende Mall, ständige ärgerliche Verzögerungen, beeindruckender Blick vom Turm, Odyssee zurück zum Hostel.

Mittwoch morgen. Ein unruhiger Schlaf liegt hinter mir. Aber wenn ich schonmal einen Tag in Dubai verbringe, will ich den natülich nicht verbummeln, schlafen kann ich ja immer noch beim nächsten Flug. Also aufgestanden, Sonnenmilch aufgelegt und raus in die Welt, 1. Ziel: Burj Dubai, danach mal weiterschauen. Der etwas verständnislose Rezeptionist kann mich leider weder mit einem Stadtplan, noch mit einem Tipp zu den Busverbindungen in die Stadt ausstatten, also auf eigene Faust los. Eine Haltestelle ist nicht weit weg, sieht auch recht modern aus, mit einem ganz geschlossenen Häuschen. Allerdings fahren etwa 10 Linien, und ich weiß nichtmal, ob ich auf der richtigen Seite stehe, geschweige denn verstehe ich, welche Ziele sie anfahren. Die Nachfrage bei einem jungen Buiseness-Mann, der auch wartet bringt mir eine Information und das Angebot, mit ihm zu fahren, er muss in die gleiche Richtung. Im Bus stellt sich dann jedoch heraus, dass man eine Chipkarte braucht, der nächste Automat ist auf der anderen Straßenseite. Karte besorgt, wieder warten, wieder nachfragen, und zwar bei einem älteren Herren von den Verkehrsbetrieben RTA (Road and Traffic Administration), der müsste ja Ahnung haben. Hat er aber nicht wirklich, wie sich später herausstellt. Offenbar war er nur angestellt, um die Ankunftszeit jedes Busses zu notieren. Sicherheitshalber aber nicht alleine, ein Kollege macht das gleiche, wohl um später vergleichen zu können.Einfache Arbeitskraft scheint nicht besonders teuer zu sein, an vielen Stellen begegnen mir solche erstaunlichen und mehrfach besetzten Jobs. Immer mit vielen verschiedenen schicken Uniformen und selten mit hilfreichen Auskünften.

Der Turm von der Haltestelle aus

Nach ca. 2 Stunden, 3 Bussen, 4 verschiedenen Auskünften steige ich endlich aus der hochmodernen, automatisch betriebenen, Metro an der Station „Burj Dubai/Dubai Mall“ aus. Das war ja einfach. Auf den Zubringerbus zur Mall verzichte ich, immerhin sehe ich den Turm ja mittlerweile direkt vor mir. Vom Hostel aus war er noch nicht zu sehen, weil es einfach zu diesig war. Also mache ich mich zu Fuß auf den Weg. Es ist sonnig, nicht zu Warm und ziemlich trocken. Nicht gerechnet habe ich allerdings mit den umfangreichen (Straßen-)Baumaßnahmen, die den Weg beschwerlich machen. Überall in Dubai wird gebaut, ob es an Straßen und Wegen ist, an der zweiten Metro-Linie, an neuen Hochhäusern. Das ist zwar recht beeindruckend, allerdings scheinen grade im Moment die Bauarbeiten etwas ruhiger angegangen zu werden, die Wirtschaftskriese lässt grüßen. Mein Plan: Zunächst mal in die Mall, etwas Essen und Trinken, dann auf den Turm, dann weiterschauen. Die Mall zu finden fällt schon schwer, das große Gebäude, was ich zunächst dafür halte (nicht zuletzt wegen des Plakats „Dubai Mall Now Open“ entpuppt sich als Verwaltungssitz der Immobiliengesellschaft. Auch an Ausschilderungen hapert es ein wenig in Dubai. Endlich an der Mall angekommen ist nirgends ein Eingang zu finden. Durch die Tiefgarage endlich hineingelangt, bin ich ein weiteres Mal erschlagen von dem Geld, was einem von allen Ecken und Enden entgegenleuchtet. Ein riesiges Einkaufszentrum, voll mit Luxus-Geschäften. Ein H&M ist hier nicht zu finden. Und auch die Architektur ist aufwändig. Riesige Fontänen, Rondelle, Galerien, Lichtinstallationen.

Der Burj Khalifa

Der Burj Khalifa

Das Eishockyfeld in der Shopping-Mall

Das Eishockyfeld in der Shopping-Mall

Mittendrin: ein eigenes Eishockey-Feld, von drei Etagen einsehbar. Auch die Preise auf dem Food-Court sind nicht unbedingt billig, ich entscheide mich für einen libanesischen Lari-Lamm-Kebab und eine 7-up für 45 Dirham. Frisch gestärkt, ab auf den Turm. Denke ich mir. Von Außen ist kein Eingang zu finden, nach einer Stunde Suche frage ich nochmal nach und finde heraus: der Eingang befindet sich in der Mall. Na toll, also wieder da rein und … aufgrund des großen Andrangs haben die geschäftstüchtigen Araber den Preis für eine Tour von 100 Dirham spontan auf 400 Dirham erhöht. Mir zu viel, also nehme ich eine spätere Tour um 18:30, die kosten noch 100.

Eine Dhouw am Dubai-Creek - oder ... doch nicht?

Auch nicht schlimm, solange versuche ich mal ans Meer, den arabischen Golf zu kommen. Hier macht mir aber der ÖPNV und das Informationsdefizit der Bewohner wieder einen Strich durch die Rechnung. Bis zum Dubai Creek schaffe ich es, dem Fluss der Dubai teilt, dann muss ich auch schon zurück. Denke ich, denn als ich ankomme und mich schon über die idealen Sicht- und Beleuchtungsbedingungen freue (die Sonne ist kurz davor, unterzugehen), bremst mich die Angestellte mit dem Hinweis, ich sei eine Stunde zu früh. Bei der Müdigkeit gestern nacht die Uhr falsch gestellt. Toll. Nicht nur die Meer-Chance verpasst, auch noch keine Sonnenuntergangs-Fotos! Während des Wartens kann ich immerhin die Dubai Fountain erleben.

The Dubai Fountain

The Dubai Fountain

Eine Stunde später dann endlich die Fahrt mit dem Aufzug auf etwas über 600 Meter. Von oben bietet sich ein beeindruckender Ausblick, nicht nur umher und nach unten, sondern auch nach oben. Der Rest des Turms ist immer noch hoch wie ein „normaler“ Wolkenkratzer. Fotos … dann wieder runter und ab zurück ins Hostel, der Flieger geht immerhin schon um halb 11 am nächsten Morgen. Tja … aber die Rechnung habe ich natürlich ein weiteres Mal ohne den ÖPNV gemacht. Bis ich endlich einen Bus in meine Richtung gefunden habe (der Weg vom Turm in die Innenstadt mit der Metro war natürlich reibungslos), vergeht nochmal ne Dreiviertelstunde und dann … tja, bin ich geschickt genug, zwei Haltestellen zu früh auszusteigen. Was bedeutet: nochmal ne halbe Stunde zu Fuß durch die Nacht, durch Baustellen kraxeln, und das mit den noch-nicht-ausgelatschten-Chucks. Endlich im Hostel, falle ich in einen abermals unruhigen Schlummer, nicht ohne mir zwei Wecker mit genug Sicherheitsspielraum zu stellen und die Zeiten nochmals zu kontrollieren, gestört nur ab und zu von meinen Mitbewohnern.

Dubai bei Nacht von oben

Dubai bei Nacht von oben

Der "Rest" des Turms von unten

Der "Rest" des Turms von unten

Ensemble Burj & Mall By Night

Ensemble Burj & Mall By Night

Erlösender Anblick: Das Hostel

Erlösender Anblick: Das Hostel

Der "Rest" des Turms von unten

Der "Rest" des Turms von unten