The Wizard Of New Zealand

Der Wizard in seiner Crowd

Der Wizard in seiner Crowd

Da sitzt man Ahnungslos auf dem Cathedral Square und genießt das gute Wetter, auf einmal dringen große Reden an mein Ohr: Ein alter Mann mit Schwarzem Mantel und „pointy hat“ hat seine Leiter aufgestellt und schwingt von ihr herunter große Reden. Warum die Welt auf allen Karten denn immer North-Up dargestellt würde? Warum nicht mal South-Up? Die Neuseeländer fänden das gut, die Afrikaner fänden das gut, ja, sogar die Chinesen, können sie so doch ihre ewigen Konkurrenten, die Yanks so richtig schön ärgern! Lasst uns im Internet darüber abstimmen! Doch damit nicht genug! Warum nicht gleich die Erde umkrempeln und das ganze Universum in ihre Mitte bannen? So wäre die Welt endlich mal heaven-centered und nicht mehr hell-centered.

Nun, zunächst dachte ich, ich sei im Speakers Corner gelandet. Und viele Zuschauer lauschten den Ausführungen gespannt. Einer allerdings, Ted, war damit nicht so recht einverstanden und versuchte, den netten alten Mann von seinen Ansichten abzubringen. Damit zog er sich jedoch den Unmut der crowd zu: Der Herr auf der Leiter ist nämlich ein Wizard, und zwar nicht irgendeiner, nein, er ist der offizielle Wizard Of New Zealand, der Christchurch als seine Heimat erwählt hat. Mit Berufung vom Premierminister und allet! Ein living work of art, der sich um den Staat und die Stadt verdient gemacht hat.

The Wizard Of New Zeealand

The Wizard Of New Zeealand

Nunja, als Ted später auf seiner eigenen Kiste auftaucht und die Menschheit zu mehr Christlichkeit aufruft, kann er sich allerdings keine crowd aufbauen. Ganz so wie der Wizard es ihm prophezeit hat. Denn er ist ein prophet. Ein false prophet, sagt er von sich selbst. Er erzählt nichts als Lügen, und sogar das ist eine Lüge!

Eine von seinen South-Up-Maps für 5$ habe ich noch nicht gekauft, denn er macht sich ja nichts aus Geld. Aber ich schätze, wenn ich ihn das nächste Mal sprechen sehe, werd ichs tun. Solange empfehle ich euch die Lektüre seiner Webseite.

Geologie Canterburys

Canterbury Plains am Fuße der Port Hills

Nach den Ausflügen am Wochenende musste ich mich ja denn doch noch mal mit der Geologie von Neuseeland und der Umgebung ein wenig vertraut machen:
Die Inseln liegen auf der Naht zwischen zwei Kontinentalplatten, der Australischen und der Pazifischen. So gibt es recht viel seismische Aktivität, heiße Quellen, Vulkane und ab und zu ein Erbeben, und so haben sich auch die Southern Alps auf der Südinsel gebildet, genau wie ihre Namensvettern in Europa. Im Südosten der Berge hat sich dann eine Vulkaninsel aufgetürmt, die heutige Banks Peninsula. Die freie Fläche zwischen Alpen und Banks Peninsula ist von den verschiedenen Flüssen dann mit Material aus den Alpen aufgespült worden und bildet nun die absolut flachen Canterbury Plains. Die alten Krater der Vulkane sind heute die Buchten von Lyttelton und Akaroa, super Natur-Häfen. Die Banks Peninsula fängt direkt hinter Christchurch an und gehört mitlerweile auch zu dessen Regierungsbezirk. Die Flüsse spülen immer noch viel Material herunter und haben daher ein recht eigentümliches Aussehen, es sind verflochtene Flüsse.
Zur Landgewinnung braucht man also nicht unbedingt Niederländer und Araber mit Kohle (bzw. Öl) sondern nur nen Berg, ein bisschen Wasser vom Himmel und ein paar Millionen Jahre Zeit.
Achja: In den Legenden der Maori war die Südinsel ein Kanu, auf dem Māui saß und die Nordinsel aus dem Meer gefischt hat.

Albert fährt nach Akaroa

KfH: Toller Tagestrip in ein Walfänger-Städtchen in der Nähe. Landschaft, Bootstour, Essen, Bierchen.

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Die Bucht von Lyttelton

Die Bucht von Lyttelton

Ausgerüstet mit Karten, einem GPS und einem altgedienten Mazda ist morgens Aufbruch in Christchurch. Auf „halber Strecke“ (Birdlings Flat) wollen wir die anderen treffen und dann zusammen nach Akaroa, mal schauen was es dort zu sehen und tun gibt. Halbe Strecke allerdings nur, wenn man die asphaltierte Straße aus Chch direkt nach Akaroa fährt. Wollen wir aber nicht, wir wollen ja was sehen. Und so geht es auf und ab, rechts und links um Kurven, Berge und Serpentinen. Über Asphalt und über Gravelroad, durch ein Wäldchen oder am blanken Fels entlang. Aussichten gibt es jede Menge: Aufs Meer, Täler, Berge, einfach Landschaft. In Birdlings Flat dann ein kurzer Stopp an einem ewig langen Kieselstrand.

Ausblick auf die Bucht von Akaroa

Ausblick auf die Bucht von Akaroa

Und weiter nach Akaroa. Ein kleines Örtchen, früher Walfänger-Hafen und fast französische Kolonie (die Engländer sind den Franzosen nur um 5 Tage wegen schlechten Windes auf der Reise zuvorgekommen, um mit den Maori den Vertrag von Waitangi zu unterschreiben und Neuseeland ins Empire aufzunehmen).

Jan, Lisa, Albert, Natascha, Ingo (v.l.n.r.)

Jan, Lisa, Albert, Natascha, Ingo (v.l.n.r.)

Wir sind wegen des Serpentinen-Umwegs auch verhältnismäßig spät, die meisten Rundfahren durch die Bucht sind schon vorbei oder gerade aufgebrochen. Aber einen JetBoat-Trip kriegen wir doch noch. Ein netter Kerl fährt uns eine Stunde lange mit nem höllisch schnellen Boot durch die Bucht, zeigt uns Pinguine, seltene Hector-Delphine, Grotten und Buchten. Und ein paar Spins auf dem Wasser.

Port Hills

Port Hills

Zurück in Akaroa gönnen wir uns noch ein leckeres Fischessen und fahren dann wieder zurück. Natürlich auch nicht auf dem direkten Weg. Landschaft sieht auch am frühen Abend gut aus. Wir kommen am Victoria-Park vorbei, wo Ingo zufällig noch die letzten drei Koordinaten-Rätsel seiner Geocache-Tour lösen kann. Weil er die anderen Zahlen nicht dabei hat, bleibt uns das Ziel aber trotzdem verborgen.

Lecker Biersche!

Lecker Biersche!

Den Abend begießen wir in Christchurch bei ein paar Bieren im Dux-de-Lux.
Erfolgreiches Wochenende!

Demnächst an dieser Stelle

Vielen vielen Dank für die vielen Kommentare und die Anteilnahme von Euch!
Nicht ungeduldig werden, ich schreib so bald wie möglich etwas mehr und packe wohl auch noch ein paar Fotos rein. Aber jetzt muss ich erstmal am Projektseminar weiter schreiben.
Euch alles Gute, und bis bald:

Albert auf dem Strand bei Birdlings Flat

  • Albert fährt nach Akaroa
  • Die Geologie Canterburys
  • The Wizard Of New Zealand
  • Notes on NZ

Canterbury Plains am Fuße der Port Hills


Stay tuned!

PS: Kiwis haben nur kleine Ohrlöcher, ohne Muscheln, ein Knopf passt da nicht rein. Um den Namensvetter wusste ich zwar, aber ich glaub nicht, dass der bei der Namensfindung nen einfluss hatte. Kam mir einfach so in den Sinn. Holger: Ziel erreicht, würd ich mal sagen, ich wollte dich nur ein wenig anstacheln 🙂 Kathrin: Viel Erfolg bei den Klausuren! Und was Mitbringsel angeht: Ich schreibs mal auf die List und guck dann, was geht…

Schwimmen im Pazifik

Taylors Mistake - "He probably fell off the board ..."

Mit den drei vom Stammtisch bin ich dann abends noch an den Sumner Beach in die Bucht „Taylors (sic!) Mistake“ gefahren. Wen’s interessiert wie mich: Es gibt einige Schiffe, die einen Taylor an Bord hatten und die die Bucht mit einer anderen in der Nähe verwechselt haben. Entweder mit der von Sumner selbst, oder der von Lyttelton oder der von Akaroa. Welcher davon jetzt für den Namen verantwortlich war, ist allerdings wohl nicht überliefert. Jedenfalls ist offenbar keins der Schiffe gestrandet, wie ich zuerst gedacht hatte.

Berge von Sumner gegen Abend

Die Bucht ist recht übersichtlich und hat nen tollen Strand mit dunklem Sand und hohen Wellen. Super zum schwimmen, wo ich doch auch schon seit Jahren in keinem Meer mehr war! Außer uns waren noch ein paar andere Leute da, aber es war nicht zu voll. Man musste nur auf die Wellenreiter aufpassen. Sobald aber die Rettungsschwimmer gegen halb 6 abgezogen sind, sind vor allem auch die Familien verschwunden und die Wellenreiter hatten Platz. Wir haben auch noch etwas da gesessen und Karten gespielt. Abends sind wir weiter zu Bekannten gefahren und haben auf deren Terasse das eine oder andere Bierchen gezischt. Und wer hatte natürlich keinen Pulli dabei …?

Sumner Beach at dawn

Der Abend hat mir dann direkt die nächste Einladung eingebracht: Eine Tagestour nach Akaroa auf der Banks Peninsula ganz in der Nähe. Doch davon ein anderes Mal.

Der „andere“ deutsche Stammtisch und Kartoffelpuffer

Es gibt hier in Christchurch einen deutschen Stammtisch junger Leute, der sich einmal im Monat trifft, über das StudiVZ bin ich drauf aufmerksam geworden. Das erste Treffen hab ich leider knapp verpasst.

Es gibt aber auch einen „anderen“ und zwar sind das hauptsächlich etwas ältere Leute, die aus Deutschland ausgewandert sind. Und die veranstalten einmal im Jahr ein Kartoffelpuffer-Essen.

Ich also hin. Es waren so etwa 30 Leute, auch ein paar angeheiratete Neuseeländer dabei. Die Jungs durften erstmal die Kartoffeln reiben, die Damen haben solange schonmal was getrunken und sich dann hinterher um die Zubereitung gekümmert. Die Idee fand ich klasse, geschmeckt hats auch ganz passabel und es war echt interessant die Geschichten von den Auswanderern zu hören, obwohl da auch mindestens ein eher ausgefallener Zeitgenosse dabei war.

Wirklich gut war aber, dass ich direkt mal drei sehr nette und recht junge Deutsche kennengelernt habe, Metzgerin, Informatiker und Reiseverkehrskauffrau (die ist allerdings auch nur auf „Durchreise“).

World Buskers Festival

KfH: Super Straßenkunstfestival, Alles dabei, Sonnenbrand inklu!

Einmal im Jahr findet hier in Christchurch ein großes Festival der Straßenkünstler statt. Und wer ist natürlich genau zur rechten Zeit vor Ort? Der Hanno!

„Busker“ ist ursprünglich die englische Bezeichnung für Straßenmusiker, bezeichnet aber mitlerweile alle möglichen Formen der Straßenkunst.

Rubberband Boy. Im Guinessbuch der Rekorde für die meisten Gummibänder im Gesicht.

Mit betteln hat das, was diese vielen Künstler geboten haben, nun wirklich gar nichts zu tun: Da gab es Akrobaten, Clowns, Stand-Up-Comedians, Jongleure, Varietisten, Kabarettisten, Schlangenmenschen, Entfesselungskünstler, Musiker, Schauspieler, lebende Statuen, Einradfahrer und fast jede (un)denkbare Kombination daraus. Einige kamen aus Neuseeland oder sogar hier aus Christchurch (z.B. einer meiner Favoriten, Mulletman), viele aber auch aus der ganzen Welt, z.B. England, USA, Niederlande, Japan oder auch ein unglaublicher Diablo-Jongleur aus Deutschland (DJuggeldy). Teilweise kamen sie grade vom Cirque du Soleil oder aus Las Vegas.

FlameOz

In der Stadt gab es drei Bereiche, in denen die Künstler über 10 Tage verteilt waren, in jedem Bereich 6 Shows pro Tag. So hatte man jede Menge Möglichkeit, die meisten Shows wenigstens einmal sehen zu können. Zusätzlich gab es pro Abend noch zwei Misch-Programme, eins Open-Air- und eins in einer örtlichen Disko. Dort traten jeweils auch etwa 6 Künstler mit gekürztem Programm unter Moderation eines MC, Master Of Ceremonies, auf. Und Nein, das ist noch nicht alles, ebenfalls Abends gab es immer eine Hochseil-Zirkustruppe, die eine Art Musical aufgeführt hat und danach dann schon im Dunkeln eine atemberaubende Feuer-Jonglage-Show.

Reuben dotdotdot. Nur eine Aufwärmübung.

Aufpassen musste man allerdings: Die meisten Künstler brauchten mindestens einen, teilweise bis zu 10 „Freiwillige“ aus dem Publikum, die Ihnen halfen oder auch nur nett veralbert wurden. Jeder hatte da so seine eigene Masche zum rekrutieren, aber mit freiwilligem Melden haben sie sich eigentlich fast nie aufgehalten, das funktioniert höchstens bei den Kindern. Ich habs auch nur einmal erlebt, das jemand wirklich nicht wollte. Ansonsten unterlag man früher oder später den Überredungskünsten. Ich selber habe einmal als Leinenabspanner für Reuben DotDotDot, den Chinese Pole am Chinese Pole und einmal als lebendes Gewicht für Betty Brawn, die „Strongest Lady Alive“ geendet.

Crowd der Arcobuffos auf dem Catheral Square

Crowd der Acrobuffos auf dem Catheral Square

Das Publikum war auch super, jedes Mal haben die Künstler mit ihren jeweiligen Tricks eine eigene „crowd“ aufgebaut, die sie unterstützt hat. Am Ende kam dann der Teil mit dem Busking: Eingeleitet mit einer kleinen Rede („Ladies and Gentlemen, belive it or not, this is our job! We do this for a living. And we love it!“) konnten die Besucher ihre Bezahlung in die Hüte oder sonstigen Behältnisse abgeben, das waren meistens so 5-20 NZ$. Und ich glaube eigentlich nicht, dass es sich für die Künstler nicht gelohnt hat. Bezahlt wurden sie nicht von den Organisatoren, sondern nur von ihren Zuschauern. Und denen war die Vorstellung meistens mindestens den Preis einer Kinokarte wert. War schließlich auch in 3D.

Mit dem Wetter sah es zwar zu Anfang nicht so doll aus, es hat häufiger mal leicht geregnet, aber das hat die Zuschauer und auch die Busker kaum gestört. Gegen Ende hab ich mir allerdings auch direkt meinen ersten Sonnenbrand geholt. Übrigens hab ich mit der Zeit festgestellt, dass die meisten der Künstler hier im YMCA einquartiert waren.

Pub Crawl

Über das StudiVZ hab ich jemanden aus Deutschland gefunden, der auch grade hier in Christchurch ist. Michael aus Willich. Wir haben uns gestern verabredet und getroffen und sind dann auf eine kleine Kneipentour gegangen, was ganz gut funktioniert hat, obwohl ja Mittwoch war. Aber scheinbar geht das Wochenende hier Mittwochs so langsam los. Es wurde uns aber versichert, Freitag/Samstag/Sonntag sei auf jeden Fall überall mehr los.
Los gings im Dux De Lux, einer weitbekannten und mehrfach ausgezeichneten recht großen Bar direkt beim YMCA gegenüber. Unter Anderem brauen sie dort selber mehrere Biersorten und haben auch ein gutes Live-Musik-Angebot und sehr leckeres Essen auf der Karte, davon hatte ich mich schon zuvor überzeugt.

Als es dort draußen zu kalt wurde, sind wir weitergezogen, ein Viertel zu finden, von dem Michael gehört hatte, das Sol Square. Und tatsächlich, als wir es nach einer kurzen Irrtour dann gefunden hatten war es das wirklich wert gewesen. Es ist eigentlich nur ein kleiner Häuserblock, sieht von Außen recht unscheinbar aus. Eine Gasse führt rein, und von der geht alle 10 Meter eine andere Bar ab, jede mit einem anderen Flair.

Als Erstes gings in das Fat Eddie’s, eine Kneipe im Stil eines Jazzclubs. Dort war „Burlesque-Night“, ein nettes Kleinkunstprogramm. Es kam aber keine rechte Stimmung auf, obwohl mir der Laden an sich sehr gut gefallen hat. Also sind wir nach einem Heineken weiter in eine Kneipe, deren Name ich leider nicht mitbekommen habe. Draußen gabs nen Kamin und davor Sofas, und die Karte hatte ne Reihe von Bieren zur Auswahl. Unglücklicherweise haben wir uns auf Speight’s verlegt, direkt mal ein dreiviertelliter Bier in der Flasche. Und wie uns später versichert wurde, auch nicht unbedingt das Beste aus der Umgebung.

Denn wenn man da so sitzt, dann setzt sich ja auch noch wer dazu, in unserem Falle unter anderem Tony, mit dem wir dann ein bisschen quatschen konnten. Und der Alkohol löst die Zunge, da klappt das mit dem Englisch-Sprechen auch gleich viel besser 😉

Also, die Ecke werde ich wohl sicherlich noch ein paar mal aufsuchen!

Die zweite Woche

So, die zweite Woche hier in Christchurch ist fast vorbei, wie siehts also aus? Bitte entschuldigt die Pause, rein technisch ist alles in Ordnung, Internetzugang habe ich jetzt ja auch in der Bücherei und in der Uni. Aber ich will ja hier auch nicht täglich vorm Rechner hängen, das is nämlich auch ganz schön Arbeit, zu schreiben, Fotos zu bearbeiten und hochzuladen ;-). Das wird also wahrscheinlich so im 1-2-Wochen-Rhytmus bleiben, so stay tuned! Ich freue mich jedenfalls immer über eure Kommentare und rege Anteilnahme, vielen Dank! Und so ein klein bisschen Pause ist ja auch nicht schlecht, um die Spannung zu erhöhen und keine Langeweile aufkommen zu lassen 😉

Ich habe mich hier schon ganz gut eingelebt und ein wenig umgeschaut, bisher gefällts mir recht gut. Was ich bisher von Neuseeland gesehen hab ist zwar noch nicht unbedingt rauhe Natur, aber trotzdem interessant und spannend zu erkunden. Christchurch ist ziemlich europäisch, mit einigen Asiatischen aber auch amerikanischen Einschlägen. Das City Center selbst ist beispielsweise streng rechtwinklig angelegt, es gibt einige höhere Bürohäuser. kommt man aber auch nur ein bisschen aus dem kleinen Zentrum heraus, sind die Häuser alle höchstens zwei-, meistens sogar nur einstöckig. Das war mir schon beim Anflug aufgefallen, die Stadt dehnt sich einfach recht weit aus. Es gibt viele Geschäfte, Cafes und Bars.

Die Leute sind alle sehr nett und hilfsbereit, und sehr bunt gemischt. Vom Alter, vom Aussehen, von der Herkunft, von der Kleidung. Es gibt eigentlich kaum extreme Gestalten, aber sehr viel dazwischen. Im Verhältnis sind deutlich weniger Jeans zu sehen, als in Deutschland. Heute sind mir auch ein paar Kiwi-Punks und -Emos begegnet, aber viel unauffälliger als zuhause. Im allgemeinen ist alles viel entspannter und unaufgeregter. Uhren gibts kaum, und interessanterweise läuft wenig öffentliche Musik und auch sehr wenige Menschen laufen mit Ohrhörern umher. Im Bus begrüßt einen der Fahrer persönlich, dafür bedankt man sich bei ihm als Verabschiedung beim Aussteigen.

Die Neuseeländer scheinen einen „guten“ Musikgeschmack zu haben, zumindest deckt er sich in großen Teilen mit dem meinen. Zumindest wenn man nach den Bands in den Kneipen und der Musik im Radio geht. Ich habe mindestens 3 tolle Sender entdeckt, wobei einer mein Favorit ist, The Rock.

Mit dem Englisch habe ich eigentlich auch keine großen Probleme, geschrieben schonmal gar nicht, beim Hören muss ich ab und zu nochmal nachfragen und das Sprechen wird auch erst nach und nach richtig flüssig. Recht lustig ist manchmal der Akzent, das langgezogene E. Es gibt da so eine Radiowerbung für die Eagles Of Death Metal. Sprecht es eher britisch als amerikanisch und dann zieht die Es in die Länge…

Es gibt auch viele touristische Angebote und nach und nach verstehe ich, wie ich die wahrnehmen kann oder wie ich am Besten mehr vom ganzen Land sehen kann.

Hier am Blog habe ich ein wenig gebastelt, es gibt jetzt einen Countdown für meine Rückkehr, die Fotos klappen nun endlich richtig mit Vergrößerung und der Text fließt drumrum, außerdem gefallen mir die Schrifteinstellungen besser. Oder was meinst Du, Robert?

In den nächsten Tagen findet hier einiges statt:

Jeden Sonntag ist Lazy Sunday, das „Festival“, von dem ich schonmal geschrieben habe. Das ist wohl ein kleines Konzert oder was ähnliches, jeden Sonntag im Botanischen Garten. Unglücklicherweise hat es bisher noch nicht stattgefunden, weil es immer (2x) wegen Regen ausgefallen ist. Oder vielmehr wegen Angst vor Regen, denn es hat dann nicht geregnet.

Nächsten Samstag ist außerdem Sounday im Park etwas nördlich davon und am Sonntag dann ein Drachenfest am Strand. Richtig voll wirds wohl ab morgen, wo hier das World Buskers Festival startet, ein großes Straßenkunst-Festival mitten in der Stadt

Das Konzert von AC/DC in Wellington werd ich mir wohl sparen, mit Sprit, 2x Fähre, Unterkunft, Ticket und Zugfahrt zurück wären das so 400 NZ$ geworden. Schade 🙁 Dafür schaue ich mir dann wahrscheinlich Faith No More hier in Christchurch an.

Heute mach ich mir mal nen freien Tag und arbeite nicht in der Uni, sondern sitze hier in der Bücherei am Fenster, beobachte das regnerische Wetter, die Leute und den Verkehr draußen und bringe das Blog auf Vordermann. Achja, gegessen hab ich vorhin am Food-Court in der Mall, danke, Renate 😉

So, das wärs erstmal wieder von mir, jetzt seid ihr dran! Wie macht sich denn das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt? Alle Baustellen fertiggestellt? Wie kommt die E-world voran? 500 Aussteller hab ich grade mal gesehen, das ist ja super, Glückwunsch! Und wie macht sich die Zwischenmieterin? Hat sie schon alle Bowling- und Super Mario Bros.-Rekorde eingestellt? Hoffentlich kommt die Lernerei gut voran, Stefan! 😉

Achso: Nein, fürchterlich viele Schafe hab ich noch nicht gesehen, ein paar auf der Tour durch die Berge und ein paar im Wildpark. Und dieser legendäre Brotaufstrich, Marmite bzw. Vegemite, ist wirklich zum davonlaufen. Einmal in kleiner Dosis probiert und dann nie wieder. Hochkonzentriertes Maggie in halbfester Form.

Also Leute, bis bald!

Quest for the Kiwi

KfH: Auf der Suche nach dem Kiwi erst ein bisschen Pech beim Fotografieren, doch dann noch die Überraschung!

Wenn ich schonmal in Neuseeland bin, dann will ich natürlich auch ein paar echte, lebendige Kiwis sehen! Ich meine den Vogel natürlich. So ganz einfach gestaltet sich das leider nicht, denn er ist mitlerweile durch das von den Menschen eingeführte Possum und Hunde sehr stark dezimiert. Darüber hinaus ist er auch noch nachtaktiv und kommt genau da, wo ich bin, NICHT vor.  Schlechte Ausgangsbedingungen also. Aber zum Glück gibt’s hier einen Wildpark, der ein Kiwi-Haus hat, in dem auch tagsüber tiefe Dunkelheit herrscht. Und zwar gut per Bus erreichbar. Also habe ich mich am Sonntag aufgemacht, einen Kiwi zu treffen.

Zuerst gab es einen sehr schönen Rundweg durch das Gelände, an dem entlang viele einheimische, aber auch eingeführte, Fische, Vögel und Säuger zu sehen waren. Erst ganz am Ende geht es in ein dunkles Haus.

Die Augen mussten sich recht lang an die Dunkelheit gewöhnen, und man musste sehr ruhig und aufmerksam sein, um die scheuen Tiere in ihren Gehegen erspähen zu können. Am besten waren sie zu finden, indem man auf das Geraschel gehört hat. Blitzlichtfotos waren natürlich verboten, denn das hätte sie erschreckt, genauso wie Streicheln. Ich habe alles versucht, mit allen Tricks gearbeitet, um ein Foto hinzubekommen, ehrlich Jens! Aber es war zu dunkel und ich besitze leider keinen Infrarot-Blitz.

Kiwis sind etwas verrückte Tiere: Es sind flugunfähige Vögel, sie haben nicht mal mehr wirklich sichtbare Flügel. So laufen sie also nur auf ihren Beinen umher, erinnern ein wenig an Pinguine dabei, und wirken etwas unbeholfen. Der Körper ist sehr rundlich, darauf sitzt ein ebenfalls rundlicher Kopf, und daran ist ein ewig langer Schnabel. Damit stochern sie in der Erde herum und suchen nach Nahrung. Sehr hilfreich ist dabei, dass die Nasenlöcher ganz vorne an der Spitze liegen, und nicht wie bei den meisten Vögeln in der Nähe des Gesichts.

Beim Warten auf den Bus dann doch noch die Überraschung: Auf einmal saß

Albert

Albert

ein Kiwi auf meinem Schuh! Ich habe ihn Albert genannt (bitte englisch aussprechen!) und mitgenommen, er sitzt jetzt entweder in meinem Zimmer im Regal oder begleitet mich auf meinen Touren 😉